Boveresse

Die Geschichte des Dorfes Boveresse

Entrée sud du village de Boveresse

Trotz seiner nicht sehr bedeutenden Erscheinung ist Boveresse ebenso alt wie die umliegenden Dörfer. Es ist sehr schwierig zu sagen zu welchem Zeitpunkt Boveresse gegründet wurde. Die erste schriftliche Nennung geht auf 1266 zurück unter dem Namen von "Boveressa", aber alles lässt vermuten, dass seine Gründung aus der gleichen Zeit datiert wie das Priorat von St-Pierre de Môtiers (gegen 950). Ausserdem war Boveresse in geistlicher Hinsicht immer der reformierten Kirche von Môtiers angeschlossen, die Miteigentümerin war.

Doch wurde 1766 eine neue Kapelle gebaut und 1768 eingeweiht. Sie wurde für zwei Arbeitsgebiete verwendet : Einerseits für die Gottesdienste und andrerseits für den Schulunterricht, da sich hier ein Klassenraum befand.

Chapelle et salle des spectacles de Boveresse

Aber am 24. Januar 1860 zerstörte ein heftiger Brand einen Teil der Kapelle und man rief den Architekten Perrier zu Hilfe für die "Recoification" (ev. Instandstellung) des Gebäudes. Auf seine Ratschläge hin, liess die Gemeinde an Stelle des zentralen Türmchens auf der Windseite einen Turm aus gelbem Baustein (13 Fuss im Quadrat und 45 Fuss Höhe), erstellen. Der Stein stammte aus dem Steinbruch von Bossenets.

Das Gebäude wurde sehr wenig benützt, und man erlaubte der deutschsprachigen Kirche des Vallon (Tals) am 26. Oktober 1859 einen ersten Gottesdienst zu feiern. Seither war sie fast die einzige, die regelmässig die Kapelle benützte, daher wird die Kirche im Volksmund "Temple allemand", deutsche reformierte Kirche genannt.

Am 26. April 1913, im Anschluss an eine Entscheidung des Aeltestenrates, wurde die Benützung der deutschen Kirche aufgegeben. Die Kirche wurde nur noch gelegentlich für Beerdigungen, Schul-Weihnachtsfeste und für die Telethonaktionen der Feuerwehr gebraucht. Mit Erleichterung fiel am 21. Dezember 1994 der Entscheid des Generalrates in der baufällig gewordenen Kapelle einen Ort für Geselligkeiten und Veranstaltungen der Gemeinde zu schaffen.

Texte zum Teil aus der Broschüre "Inauguration de la salle villageoise" (Einweilhung des Dorfsaales) Boveresse, 25 und 26 April 1997.

Das Wappen

Armoiries de Boveresse

Durch eine Verordnung von 1890 des Generalrates, ist das Wappen neueren Datums, denn das Dorf benützte vorher dasjenige von Môtiers. In der Tat ist die Geschichte dieser zwei Dörfer eng miteinander verbunden, da sie nur eine Kirchgemeinde bilden. Boveresse bedeutet « la Raisse aux bœufs » . Das Dorf scheint auf einem ehemaligen Rinderhof des Priorats St-Pierre gebaut zu sein. Denn jedes Kloster besass Bauerngüter, und es ist deshalb möglich, dass der Ort, wo Boveresse gebaut wurde, vom Priorat abhängig war, darum das vielsagende Wappen.

In Blau eine schrägrechte, gemauerte, silberne Brücke mit drei Bögen und oben eine schräglinke, gemauerte, silberne Brücke mit zwei Bögen, beide überhöht von einem rotbezungten, goldenen Stierkopf.

Die Lage

Boveresse liegt am Fusse des 737m hohen Berges. Wenn man den Hang hinaufsteigt, erreicht man auf halber Höhe "Plan Essert" wo eine Haltestelle der französisch-schweizerischen Eisenbahn errichtet worden ist. Von dieser Stelle aus führt ein Pfad nach "Mont de Boveresse" (Boveresse-Berg), der folgendes Gebiet umfasst : Bordon, Jolimont, Chablais, Sur le Mont, Monlézi, La Rosière, La Croix, Rochebulon, einen Teil der "Grands Près" und "Les Charbonnières".

Zwischen dem Dorf von Boveresse und Monlési kann man einen Baum bewundern, genannt "Tilleul des catholiques" (Lindenbaum der Katholiken). Er befindet sich auf dem Weg, der das Priorat St-Pierre von Môtiers mit der Abtei von Mont-Benoît verband. Eine Urkunde über die Abgrenzung des Waldes erwähnt diesen Baum schon 1567.

Weiter nördlich entdeckt man die Eishöhle von Monlési, die aus vier Schächten oder Kaminen besteht, welche sich gegen den Boden hin öffnen, in einer Tiefe von 25m bis 30m zu einem Gewölbe zusammenwachsen und eine Art Becken bilden, wo sich das aus dem Wasser der Schneeschmelze gebildete Eis ansammelt.